VERGESELLSCHAFTUNG | der Stufenplan zur Zweitkatze

Submitted by Sebastian on Sat, 05/02/2020 - 14:41
KATZENVERGESELLSCHAFTUNG | Kennt ihr schon den Stufenplan?

Warum gleichartige Gesellschaft für unsere oft fälschlicherweise als Einzelgänger bezeichneten Samtpfoten so wichtig ist, ergründen wir heute.

Grundausstattung
*Grundausstattung für Katzen
KATZENVERGESELLSCHAFTUNG | Kennt ihr schon den Stufenplan? | YOUTUBEMajas Youtube Kanal kostenlos abonnieren

Einzeljäger vs. Einzelgänger

Katzen sind dem Volksglauben nach noch immer als Einzelgänger bekannt und prägen, wie der einsame Wolf, das Bild als Alleinunterhalter. Leider stimmt dies nicht und führt bei reinen Wohnungskatzen zu unterschätzten Folgen. Die Einzelhaltung kann, ebenso wie ein ungeliebter Konkurrent in Form einer anderen Katze, Stress für das Tier bedeuten. Die einsame Schnurrnase langweilt sich. Kommt noch ein Aggressions- oder Energiestau hinzu, führt dies zu Übersprungshandlungen der Fellnase wie Urinieren an ungewöhnlichen Orten, Kratzen an Möbelstücken oder unvermittelten Angriffen auf Euch Katzeneltern.

Katzi sollte kein tristes und einsames Leben hinter Fensterscheiben führen müssen, immer auf Frauchen und Herrchen wartend in der stillen Hoffnung etwas Tolles zu erleben, wenn er oder sie nach Hause kommt. Unsere Samtpfote sieht dann voller Enttäuschung dabei zu, wie ihre abgekämpften Mitbewohner, erschlafft vom stressigen Arbeitstag, auf dem Sofa einschlafen. Wieder nichts mit dem Spielen. Damit dies nicht zu psychischen Problemen führt, sollte eine zweite Katze als Spielkamerad, zum gegenseitigen Putzen oder einfach zum Zeitvertreib herhalten. Der Mensch oder andere Haustiere wie zum Beispiel Hunde, können und werden nie die sozialen Interaktionen bieten können wie ein zweiter Artgenosse.

Doch wie kann man zwei fremde Fellnasen aneinander gewöhnen, wenn bereits eine Katze im Haushalt ist? Wie vermeidet man unnötigen Stress und sorgt dafür, dass es ein harmonisches Miteinander gibt? Die Gründe für einen Einkatzenhaushalt können unterschiedlich sein. Wenn Eure Miez seinen flauschigen Partner verloren hat, so solltet ihr eurer Samtpfote die Gelegenheit zur Trauer geben und den neuen Mitbewohner erst hinzuziehen, wenn es der Schnuffelschnute wieder besser geht.

Wir werden Mehrkatzenhaushalt

Die Platzfrage, die Futter- und nicht zuletzt die Tierarztkosten sind wichtige Faktoren, die ihr bedenken solltet, bevor ein zweiter Pelzträger bei euch einzieht. Futter auf Vorrat zu kaufen, wenn es im Angebot ist, ist eine probate Strategie um Kosten einzusparen. Um die Tierarztkosten für Impfen, Entwurmen und Chippen kommt ihr nicht herum und solltet sie euch auch nicht sparen. Das Platzangebot ist der eigentliche Knackpunkt. Gebt euren Katzen die Möglichkeit, sich auch einmal aus dem Wege zu gehen. Dies erreicht ihr auch in einer kleineren Wohnung durch die Eröffnung einer zweiten Ebene. Beipielsweise mit hohen Kratzbäumen, Kratzregalen an den Wänden bzw. den sogenannten Catwalks, die umlaufend um einen ganzen Raum führen können. So vermeidet ihr von vornherein Stress.

Welche Katzen vertragen sich? Dies kann man im Vorfeld nie mit Bestimmtheit sagen, aber gleiche Charaktere und ein ähnliches Alter sorgen für harmonische Vorzeichen. Mutet eurer älteren Katzendame keinen ungestümen jungen Kater mit starkem Spieldrang zu, wenn eure Renterin lieber in Ruhe auf der sonnigen Fensterbank dösen möchte. Zwei dominante Raufbolde zu dicken Freunden zu machen, wird ebenfalls schwierig werden. Achtet also auf die Charakterzüge eures bisherigen Stubentigers und versucht, einen passenden Kumpel auszusuchen.

Wie läuft die Zusammenführung, die Katzenvergesellschaftung ab? Kennt ihr schon den Stufenplan? Ihr solltet in jedem Fall vermeiden, eurer Erstkatze die neue Katze in ihrem Katzenkorb direkt vor die pelzige kleine Nase zu setzen. Dies stellt für den bisherigen Revierchef als auch für den Neuzugang einen tiefgreifenden Vertrauensbruch dar. Angst, Aggression und Flucht können die Folge sein. Mit den folgenden Tipps und mit viel Geduld erhöht ihr aber die Chancen für eine erfolgreiche Zusammenführung.

Die Wohnung stellt für Katzi ihr Revier erster Ordnung dar, also der Rückzugsort, der Sicherheit bietet und in dem sie vor fremden Eindringlingen geschützt ist. Kommt eine neue Katze in dieses Revier und darf ungehindert in jeden Raum, so wird sie sofort als Eindringling und potentieller Feind eingestuft. Der Neuzugang fühlt sich im fremden Gebiet ebenso unwohl und ist permanent unter Stress aufgrund des zu erwartenden Revierkampfes.

Setzt die Fellnasen nicht unter Druck, indem ihr die Annährung erzwingt. Gebt den Samtpfoten immer die Gelegenheit, selbstbestimmt zu entscheiden und jederzeit den Rückzug antreten zu können. Nehmt euch Zeit. Am besten lasst ihr den neuen Stubentiger in eurem Urlaub oder am verlängerten Wochenende einziehen. Idealerweise bereitet ihr für euren zweiten Untermieter einen eigenen abgetrennten Raum vor. Hier kann die Fellnase die ersten Tage verbringen und sich zurückziehen, ohne eure andere Katze zu stören.

Stufenplan | Gewöhnung, aber stufenweise

Mit der stufenweisen Gewöhnung aneinander kann man Konflikte vermeiden. Anfangs sollten sich beide Tiere nur hören, um die Stimme des neuen Mitbewohners kennenzulernen. Als nächstes kommt der bei Katzen so wichtige Geruchssinn ins Spiel. Die Transportbox der neuen Miez kann ausgiebig von der Reviervorsteherin beschnüffelt werden. Auch ein Handtuch oder Socken, die schon Kontakt zur neuen Fellnase hatten, können der Altkatze zum Beschnuppern angeboten werden und auch umgekehrt. Positiv verstärken lässt sich dies durch das Verknüpfen mit schönen Eindrücken. Also beispielsweise mit dem zeitgleichen Reichen von Leckerlies.

Gemeinsame Mahlzeiten

Weiter ausbauen lässt sich dies indem die Futternäpfe der beiden Katzen jeweils einen Meter von der sie trennenden Zimmertür aufgestellt werden. So können sie sich beim Futtern schonmal beschnüffeln und verknüpfen positive Eindrücke mit dem neuen Katzengeruch. Ein Handtuch, mit dem man beide Katzen abrubbelt, kann den neuen Gruppengeruch bilden und für Vertrauen sorgen. Anschließend können die Räume getauscht werden und so kann der Neuling den Rest der Wohnung kennenlernen.

Blickkontakt

Nach dem Beschnüffeln kommt das Begutachten. Lasst die Fellnasen sich durch den Türspalt sehen, aber noch nicht berühren. So können sie sich nonverbal unterhalten ohne miteinander zu kämpfen. Hier kann ein Babygitter helfen und vor Revierkämpfen schützen. Beide Katzen behalten ihr Reich und ihre Rückzugsmöglichkeit und werden weiter an der Reviergrenze gemeinsam zeitgleich gefüttert. Auch gemeinsame Spieleinheiten sind möglich, damit sich keine Katze benachteiligt fühlt.

Begegnung

Als letzter Schritt kommt die tatsächliche Begegnung. Das Gitter wird entfernt und beide Katzen dürfen sich das erste Mal begrüßen. Ein paar Tatzenhiebe und leichtes Fauchen sind in Ordnung und natürlich. Starkes Prügeln oder Mobbing darf nicht toleriert werden und der Mensch muss eingreifen.

Wohlfühldüfte zur Beruhigung

Um noch mehr Entspannung in die Vergesellschaftung zu bringen, kann man auch mit künstlichen Katzenpheromonen nachhelfen. Wer in der letzten Folge aufgepasst hat, weiß, dass die Chemokommunikation zwischen Katzen eine wichtige Ebene zum Informationsaustausch darstellt. Und genau für den Vergesellschaftungszweck macht sich das der Hersteller *Feliway zu nutze. Mithilfe seines Pheromonzerstäubers Feliway Friends kann man „Mutter-Pheromone“ in der Wohnungsluft sprühen. Diese Duftstoffe werden von der Mutterkatze produziert und abgegeben, um die Bindung der Kitten zu stärken und sie zu beruhigen.

Der Verdampfer wird einfach in die Steckdose gesteckt und hält ca. 30 Tage lang. Dies ist auch wichtig, da sich verschiedene Pheromone im Katzenkörper erst ansammeln müssen, um ihre Wirkung richtig entfalten zu können. Also steckt den Zerstäuber schon einige Tage vor der Vergesellschaftung in die Steckdose, damit die Pheromone in die Luft gelangen und ihre Wirkung bei einer Katze verrichten können. Unser Partner Blog „Katzen-Erfahrungen.com“ hat dieses Produkt für Euch getestet. Schaut doch mal rein.

Manchmal klappt es auch nicht

Bei allen Bemühungen eure Katzen miteinander zu vergesellschaften, eine 100 %ige Erfolgsgarantie gibt es natürlich nicht. Auch im Tierreich kann es vorkommen, dass sich zwei Pelzträger absolut nicht riechen können. Die Chemie stimmt dann einfach nicht. Wenn es also nach mehreren Wochen immer noch zu Keilereien zwischen den Stubentigern kommt und ihr die Zwei noch immer nicht zusammen allein lassen könnt, dann solltet ihr in Betracht ziehen, für den Neuzugang ein schönes neues Zuhause zu suchen oder ihn ins Tierheim zurückgeben. So leid es euch auch tut. Manchmal ist das die bessere Lösung als jahrelange Stresssituationen für beide Katzen.

==========

Quellen:

http://www.einfachtierisch.de/katzen/katzenhaltung/zwei-katzen-aneinander-gewoehnen-tipps-zur-haltung-id33469/
http://www.einfachtierisch.de/katzen/katzenhaltung/wie-katzen-freunde-werden-tipps-fuer-mehrkatzenhaushalt-id104209/
http://www.katzen-erfahrungen.com/single-post/2016/08/27/Eine-oder-zwei-Katzen
http://www.katzen-erfahrungen.com/single-post/Feliway-Friends
https://www.youtube.com/watch?v=LCwR7sP05To

Die mit * gekennzeichnete Links, sind sogenannte Affiliate Links. Sobald Du ein Produkt über diesen Link kaufst, unterstützt Du die Arbeit von Fräulein Maja empfiehlt, hochwertige Videos zu produzieren. Dadurch entstehen für Dich keinerlei Kosten. Danke für die Unterstützung sagt Fräulein Maja.