Katzenallergie als Abwehrmechanismus?

Submitted by Sebastian on Sun, 08/02/2020 - 16:00
Katzenallergie als Abwehrmechanismus?

Heute geht es darum ob die Katzenallergie bewusst von den Fellnasen als Verteidigungsstrategie ausgelöst wird? Und was haben die niedlichen indonesischen schwanzlosen Plumploris damit zu tun? Neuste Forschungsergebnisse bringen erstaunliches zutage, also bleibt dran. Habt auch ihr Ideen für neue Folgen oder wollt ihr eure Schnurris einmal in einer Folge sehen? Dann schreibt uns per Whatsapp, Telegram oder E-Mail. Einfach auf den jeweiligen Kontaktbutton oben auf unserer Homepage tippen und schon könnt ihr uns ganz unkompliziert erreichen.

Grundausstattung
*Grundausstattung für Katzen

Der eine oder andere von Euch kennt das. Ihr betretet einen Raum und eure Augen fangen an zu jucken. Während ihr sie reibt bahnt sich ein unbändiger Niesreiz an. Beim Atmen kribbelt es in den oberen Atemwegen und ihr habt das Gefühl als würde ein Erkältung anrollen. Doch es ist nahende Erkältung die euch heimsucht, sondern eine Katzenallergie.

Einige Unglückliche unter uns sind auf ein bestimmtes Eiweiß, dass die Schnurris produzieren, allergisch. Es kommt in allen Körperflüssigkeiten der Samtpfoten vor und wird per Speichel auf das Fell und die Umgebung übertragen. Mit umherfliegenden Haaren, Hautschuppen und Staub gelangt es in die Luft und reizt bei Allergikern gern die Atemwege und Augen. Was ihr bei Katzenallergie tun könnt erfahrt ihr in unserem Teil 13. Schaut mal rein. Doch wozu ist dieses Protein Fel d1 gut?

Das Fel d1 Protein der Katzen hat eine wichtige Aufgabe. Es sorgt in Kombination mit dem auf das Fellkleid aufgetragenen Speichel dafür, dass Bakterien die für Körpergeruch verantwortlich sind, abgetötet werden. Wenn euer Lauerjäger sich putzt, dann putzt er seinen Geruch weg und legt dadurch seinen Tarnumhang an und wird für die Beutetiere unsichtbar. Also zumindest für ihre Nasen. Doch Forscher haben nun durch die Untersuchung von schwanzlosen Plumploris etwas erstaunliches entdeckt. Ist das Allergen etwa eine Verteidigungsstrategie?

Die schwanzlosen Plumploris (Nycticebus) zählen zu den wenigen giftigen Säugetieren. Sie sind nachtaktive Baumbewohner und nicht besonders schnell. Daher auch der deutsche Name „Faulaffen“. So behäbig die gerade einmal 38 Zentimeter kleinen Loris auch sind, so raffiniert ist ihre Verteidigungsstrategie. Dank ihres leicht toxischen Speichels und einer Giftdrüse am Arm, über die sie lecken, ist ihr Biss nicht nur schmerzhaft sondern auch gefährlich für ihre Fressfeinde. Damit schützen sie sich und ihre Jungen erfolgreich vor Marderbären, Nebelpardern und Malaienbären. Auch aufdringliche Artgenossen werden von den sonst wehrlosen Loris durch Bisse auf Abstand gehalten. Das Resultat sind hartnäckige und entzündliche Wunden. Was hat das denn mit Katzen zu tun?

Ein internationales Forscherteam um Bryan Fry von der Universität in Queensland untersuchte nun das Gift der Loris genauer. Sie staunten nicht schlecht als sie darin ein Protein fanden, dass eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Fel d1 der Fellraketen aufweist. Es ist praktisch identisch. Nun vermuten die Forscher, dass auch bei Katzen nicht die Fellpflege der Hauptgrund für das Vorkommen des Proteins ist, sondern ein evolutionärer Abwehrmechanismus der Tiere und Feinde fernhalten soll. „Die Fähigkeit Allergien zur Verteidigung auszulösen, könnte sich unabhängig in beiden Arten entwickelt haben.“, so Fry. Das Ganze wird nun detaillierter erforscht.
Es bleibt also spannend.

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Katzenallergie als Abwehr

Katzenallergie als Abwehr?

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Quelle:
https://www.derstandard.de/story/2000114256829/dieser-giftige-primat-koennte-katzenallergien-beim-menschen-erklaeren (30.07.2020)

Toxin-Studie: https://www.mdpi.com/2072-6651/12/2/86 (30.07.2020)

Bild 1: David Haring / Duke Lemur Center / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) (30.07.2020)

Bild 2: International Animal Rescue (IAR) / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/1.0) (30.07.2020)