KÖNNEN KATZEN MENSCHEN LIEBEN?

Submitted by Sebastian on Sun, 01/17/2021 - 16:00
KÖNNEN KATZEN MENSCHEN LIEBEN?

Können Katzen ihre Menschen lieben oder sehen sie lediglich Dosenöffner in ihnen? Wir haben eine ganz klare Antwort darauf und erklären auch, wie wir darauf gekommen sind. Bleibt dran. Zum Schluss gibt es wieder ein Rätsel und die Auflösung vom letzten Mal. Macht wieder fleißig mit und schreibt uns Kommentare. Richtige Lösungen schaffen es in unser Video auf YouTube.

Können Katzen Menschen lieben?

Ja. Katzen können ihre Menschen lieben. Wenn unsere Samtpfoten sich an uns reiben oder uns ihre Hintern ins Gesicht drücken, dann sind das nicht nur die üblichen Begrüßungsgesten oder bloße Zuneigung. Ich behaupte, dass auch Fellnasen Liebe zu ihren Menschen empfinden können. Doch wie komme ich darauf?

Grundausstattung
*Grundausstattung für Katzen
KÖNNEN KATZEN MENSCHEN LIEBENMajas Youtube Kanal kostenlos abonnieren

Wie zeigen Katzen ihre Zuneigung?

Katzen haben ein breites Repertoire, ihren zweibeinigen Familienmitgliedern ihre Zuneigung zu zeigen. Sie begrüßen sie, wenn sie zur Tür hineinkommen und kommen freudig erregt angelaufen. Sie geben gurrend Köpfchen und reiben sich an den Beinen. Sie begrüßen ihren Menschen morgens mit dem ins Gesicht zeigenden Po. Sie haben Vertrauen und zeigen ihren verletzlichen Bauch. Sie bringen Geschenke von der Jagd mit, oder auch besonders schöne Blumen. (https://youtu.be/RKiTF_yvj0E) Doch ist Zuneigung gleich Liebe?

Wissenschaftliche Studie beweist kätzische Mutterliebe

Die Oregon State University in Corvallis führte 2019 eine Studie zur Bindung zwischen Katzen und ihren Haltern durch, mit ganz erstaunlichen Ergebnissen. Der Aufbau der Versuche sah ähnlich aus wie bei der klassischen Eltern-Kind-Bindung. Doch anstelle der Kleinkinder und ihrer Mütter wurden Katzen und deren Katzenhüter beobachtet.

79 Katzen zwischen drei und acht Monaten und ihre Dosenöffner nahmen am ersten Teil der Studie teil. Hierbei wurden die Katzen durch ihre Hüter in einen überwachten und bisher unbekannten Raum gebracht. Mensch und Katze blieben für zwei Minuten gemeinsam darin. Dann verließ der Zweibeiner den Raum und die Fellnase blieb allein für zwei Minuten zurück. Im Anschluss kehrte der Mensch in den Raum zurück.

Die Forscher waren verblüfft. Beinahe 65 % der Katzen haben eine sichere und gefestigte Bindung zu ihrem Zweibeiner. Die Schnurriputze miauten viel in Abwesenheit ihres Menschen. Sie vermissten ihn und waren gestresst. Kaum war der Zweibeiner als Bezugsperson wieder da, hörten die Katzen auf zu miauen und erkundeten den Raum. Die übrigen 35 % der Schuffelschnuten blieben ängstlich.

Aber nicht nur die Bindung junger Katzen zu ihren Menschen wurde untersucht, sondern auch die Bindung von 38 erwachsenen Katzen zu ihren Hütern. Auch hier gab es ähnliche Ergebnisse. Die Bindung bleibt so intensiv auch bis ins Erwachsenenalter der Fellnasen.

Im Ergebnis gibt es große Parallelen zu den Ergebnissen der Bindungstests bei Kleinkindern zu ihren Müttern. Hier zeigen ebenfalls 65 % der Kleinkinder eine ähnlich starke Bindung zu ihren Müttern, und Hauskatzen spiegeln dies auf ähnliche Weise, so Kristyn Vitale, eine der Wissenschaftlerinnen der Oregon State University. Diese Art der sozialen Flexibilität führte die Hauskatze direkt in das Leben der Zweibeiner und in ihre Herzen.

Eine weitere Studie, dieses Mal aus Brasilien, zeigt, wie intensiv die Bindung von den vermeintlich so selbstständigen und unnahbaren Katzen zu ihren Menschen sein kann. Hier kam man zu dem Schluss, dass Katzen ähnlich stark wie Hunde unter der Trennung von ihren Menschen leiden können. Die Ergebnisse legen eine viel engere und tiefer gehende Bindung zwischen Menschen und Katzen nahe als bisher vermutet. Ein Umdenkprozess hat bereits eingesetzt. (Siehe Teil 180), bzw. Artikel Trennungsangst.

Ist das nun alles Liebe?

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten

Ist eine starke Bindung, ähnlich wie die zwischen Kleinkindern und ihren Müttern oder treuen Hunden zu ihren Herrchen denn tatsächlich Liebe? Was zeichnet denn Liebe aus? Intensive Gefühle spielen dort auf jeden Fall eine Rolle. Ob Katzen beim Begrüßungskopfstoß Liebe fühlen, vermag die Wissenschaft derzeit noch nicht zu sagen. Doch intensive Gefühle sieht man auch bei anderen Gelegenheiten und kann daraus Schlussfolgerungen anstellen.

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten und wo Liebe ist, da gibt es auch oft Eifersucht. Und Katzen können tatsächlich sehr eifersüchtig sein. Und das zeigen sie dann auch intensiv. Wie in unserem Teil 127 ausführlich beschrieben sind die Fellkinder nicht nur auf andere Katzen eifersüchtig. Selbst andere Menschen oder gar Gegenstände können diese Gefühle in der Katze auslösen.

Im Umkehrschluss ist meine These, dass Katzen, wenn sie denn auf andere Katzen, Menschen oder Gegenstände in der Nähe ihres Lieblingsmenschen, ihrer Bezugsperson (Artikel bzw. Teil 130) eifersüchtig sind, diesen Menschen auch lieben. Unsere Maja war als dreifarbige Schildpatt bzw. englisch Tortitude ein solch aufbrausender Sonderfall. Gerade sie sind für ihre Haltung und Attitüden bekannt und prägten nicht ohne Grund die englische Entsprechung, Tortitude, für ihr Erscheinungsbild. Die Torties suchen sich oft einen Lieblingsmenschen und können sehr besitzergreifend und krank vor Eifersucht werden.

Fazit

Katzen können sich eine Lieblingsperson aussuchen, eine Bezugsperson und eine starke Bindung ähnlich eines Kleinkindes zur Mutter aufbauen. Sie zeigen ihre Zuneigung durch verschiedene Gesten und Handlungen. Sie können eifersüchtig sein und besitzergreifend gegenüber ihres Lieblingsmenschen. Meiner Meinung nach sind das nicht nur bloße Indizien für die Liebe der Feliden zu ihren Menschen. Katzen können ihre Menschen lieben.

Rätsel

Habt auch ihr Ideen für neue Folgen oder wollt ihr eure Fellraketen in einer Folge sehen? Dann schreibt uns per Whatsapp, E-Mail oder Instagram.

Im Rätsel vom letzten Teil wollten wir wissen, ob Katzen lieber neben ihrer Futterstelle trinken oder eher abseits davon. Die Feliden trinken tatsächlich lieber abseits der Futterstelle. Antwort B war richtig und viele Kommentatoren haben richtig gelöst. Na dann macht dieses Mal auch wieder fleißig mit.

Stimmt’s?
 
Katzen sind nachtaktive Jäger. Nur für den Menschen haben sie sich zu dämmerungsaktiven Jägern geändert.
 
A: Ja. In der Natur jagen Katzen vorwiegend nachts.
 
B: Nein. Katzen sind dämmerungsaktiv und bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang besonders lebhaft.
 

Wenn ihr's wisst oder eine Vermutung habt, dann schreibt es uns in die Kommentare. Die Auflösung gibt es beim nächsten Mal. Um künftig keine spannenden Themen rund um die Fellnasen mehr zu verpassen, abonniert uns kostenlos und aktiviert die Glocke. Bis zum nächsten Mal. Wir freuen uns auf euch.

Quellen:
 
Katze bringt täglich Blumen
https://youtu.be/bnpv_yMqoI8 (13.01.2021)
 
https://www.mdr.de/wissen/studie-katzen-binden-sich-an-ihre-besitzer-100.html (13.01.2021)
 
Bindungsstudie:
https://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(19)31086-3?_returnURL=https%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS0960982219310863%3Fshowall%3Dtrue (13.01.2021)
 
Trennungsangst Studie:
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0230999 (13.01.2021)
 
https://www.tackenberg.de/magazin/Wissen-100007/Eifersucht-bei-Katzen-100898 (13.01.2021)