ERZIEHUNG | nicht alles durchgehen lassen

Submitted by Sebastian on Sat, 05/02/2020 - 14:55
ERZIEHUNG | nicht alles durchgehen lassen

Heute geht es darum unserer Samtpfote beizubringen was sie nicht machen soll. Warum Schimpfen der Falsche Weg ist und womit ihr bessere Aussichten auf Erfolg habt lest ihr heute.

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*Grundausstattung für Katzen
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Renitente Rotzlöffel?

Unsere Samtpfote zeigt von heute auf morgen eine neue und völlig ungewohnte Verhaltensweise. Katzi kratzt plötzlich an Möbeln, springt auf Möbel, auf die sie nicht springen soll, sie markiert oder isoliert sich zunehmend. Wir als Zweibeiner empfinden dieses Verhalten als störend, beängstigend oder aufmüpfig. Unser Pelzträger hat doch schließlich nichts auszustehen. Weit gefehlt. Katzen können sehr sensibel auf alle Veränderungen des Umfeldes reagieren. Für unsere Gewohnheitstiere bedeutet Veränderung purer Stress. Dennoch müsst ihr nicht alles durchgehen lassen.

Stressoren

Nachwuchs

Doch was kann es für Auslöser geben? Familienzuwachs, ob menschlich oder tierisch, kann für unsere sensible Samtpfote als Bedrohung wahrgenommen werden. Das Teilen des Futternapfes, Trinknapfes oder der Katzentoilette ist eine Verletzung des eigenen Reviers. Katzen können hier mit Übersprungshandlungen wie Kratzen oder angstbedingtem Markieren reagieren. 

Langeweile

Ein weiterer Stressfaktor kann Langeweile sein. Selbst eine Schlafmütze, die fast den ganzen Tag in ihrem Körbchen liegt, kann unter psychischem Stress leiden. Dies sollte nicht unterschätzt werden. Katzi versucht, mit entsprechenden Ersatzhandlungen ihrer Langeweile zu begegnen. Von Kabelkauen über Möbelkratzen ist die Palette der Betätigungen unserer Vierbeiner schier unerschöpflich.

In den meisten Fällen ist dies für die Zweibeiner unangenehm, aber im schlimmsten Falle für die Schnuffelschnute gefährlich. Hier muss dringend abgeholfen werden. Diese Art der Belastung ist die nachhaltigste, denn Verhaltensweisen, die sich durch Langeweile ersteinmal eingeschliffen haben, wird man dem Tier nur sehr schwer wieder abgewöhnen können.

Schmerzen

Neben Veränderungen und Langeweile kann es aber auch physische Ursachen für Stress geben. Wenn Katzi unter Appetitlosigkeit oder Schmerzen leidet, hat sie Stress. Auch die regelmäßige Fahrt zum Tierarzt und die Medikamentengabe belasten Tier und Mensch. Dies bedeutet keinesfalls den Tierarztbesuch ausfallen zu lassen. Besser ist es, den Stress in Kauf zu nehmen und ein Symptom adäquat abklären zu lassen, als die Gesundheit der Samtpfote zu gefährden.

Abhilfe

Doch was kann man denn nun gegen diese Belastungen bei unseren Vierbeinern tun? Die Ursachen zu erkennen und abzustellen, bedeutet den Stress zu reduzieren. Und wenn Katzi entspannt ist, seid ihr es auch.

Veränderungen, aber behutsam

Veränderungen im Revier sollten nach Möglichkeit behutsam erfolgen. Falls dies nicht möglich ist, bspw. bei einer Renovierung, plötzlichem Besuch oder einem neuen Familienmitglied, so sollte Katzi zumindest einen unveränderten Rückzugsort beibehalten dürfen. Also ihr kleines Revier 1. Ordnung mit Hauptschlafplatz, Futter und auch festem Toilettenplatz. Diese Standorte sollten möglichst unverändert bleiben und ihr als sicherer Rückzugsort zugebilligt werden. Wenn die verängstigte Samtpfote in ihrer Panik nicht weiß, wo sie sich sicher fühlen kann, führt dies zu besagtem Stress.

Sollte Katzi an ihren "Safeplace" geflüchtet sein, so stört sie dort nicht und sagt dies auch eurem Besuch. Gebt eurem Pelzträger Zeit, von allein die neue Situation oder den "Eindringling" zu untersuchen. Unterstützend kann hier die Bachblütenmischung Nr. 111 eingesetzt werden. Hier sollte jedoch auf eine Mischung ohne Alkohol zurückgegriffen werden. Den Link findet ihr in der Beschreibung.

Zweitkatze gegen Langeweile

Langeweile als Stressfaktor zu vermeiden, sollte eigentlich nicht schwer sein. Doch in unserer immer hektischer werdenden Arbeitswelt ist Zeitmangel ein allgegenwärtiger nicht zu unterschätzender Gegner. Gerade aus diesem Grund sollte, wie bereits im Teil 32 erklärt, die Samtpfote niemals allein gehalten werden. Und auch zwei oder mehr Katzen wollen von ihren Zweibeinern unterhalten werden. Legt dazu unbedingt feste Spielzeiten ein. Am besten zur immer gleichen Zeit. Unsere Gewohnheitstiere mit der pünktlichen inneren Uhr wissen dies sehr zu schätzen. Im Teil 1 und Teil 2 haben wir Euch dazu etwas erklärt.

Alternativen statt Abwatschen

Bereits eingeschliffene Verhaltensweisen lassen sich schwer wieder abtrainieren. Prinzipiell gilt, anstatt einer Bestrafung und dem Verbot für bestimmte unerwünschte Möbel, Räume oder Handlungen solltet ihr eurem kleinen Mitbewohner Alternativen anbieten. Wenn Möbel den Krallen zum Opfer fallen, dann stellt genügend Kratzbäume auf. Pro Raum sollte mindestens eine Kratzmöglichkeit zur Verfügung stehen.

Zitrusöle und Düfte verhindern wirkungsvoll das Krallenwetzen an damit benetzten Möbeln. Auch als Raumtabu können diese eingesetzt werden. Sitzt Katzi auf Regalen oder Sideboards, auf denen sie nicht sitzen soll, so könnt ihr mit Klebeband, welches ihr mit der klebrigen Seite nach oben klebt, nachhelfen diese Plätze eher unattraktiv für Eure Katze zu machen. Dadurch wird die von euch bereitgestellte Alternative umso schöner in Katzis Augen und von ihr dankend angenommen.

Die physischen Ursachen für beschwerdebedingten Stress sollten durch regelmäßige Routine-Tierarztbesuche vermieden werden. Findet Euch mit Eurem Vierbeiner mindestens einmal jährlich beim Tierarzt für eine gründliche Untersuchung und für die Impfung ein. Dadurch werden Beschwerden frühzeitig erkannt und chronische Erkrankungen können vermieden werden.

Am wichtigsten ist jedoch, Ruhe zu bewahren.

Unter keinen Umständen dürft ihr aus der Haut fahren und Eurer Katze gegenüber Gewalt anwenden. Auch Sprühflaschen oder Rasseldosen sind in Katzenaugen und -ohren eine Katastrophe, und zwar für die Beziehung zu ihrem Menschen. Ihr zerstört damit gründlich und nachhaltig das Vertrauen zu eurem Vierbeiner. Bleibt immer ruhig und besonnen und beherzigt die vorangegangenen Tipps. Dann klappt es mit einem entspannten und glücklichen Katzenleben.

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Quellen:

https://www.bachbluetenfuertiere.de/bachblueten-fuer-katzen/katzen-erziehen.htm?gclid=Cj0KCQjwgIPOBRDnARIsAHA1X3TkTDAfGEDmw3WBqHWd_9Am-6cp4MU5aDK0-JS7VcvVjjfWJ7H9ZKQaAmisEALw_wcB
Buch Wohnungskatzen – Gabriele Linke-Grün
http://geliebte-katze.de/information/katzenhaltung/erziehung-der-katze/7-todsuenden-der-katzenerziehung