PICA SYNDROM | Alles fressen müssen

Submitted by Sebastian on Sun, 05/03/2020 - 16:58
PICA SYNDROM | Alles fressen müssen

Wenn die Katze ALLES frisst. Wusstet ihr das es Katzen gibt die unverdauliche Dinge mit Absicht futtern? Kabelisolation, Schnürsenkel, Teppich, Plastik, Kleidung, Gardinen und mehr lassen sie sich schmecken als seien es normale Leckerli. Was dahinter steckt und was ihr machen könnt um den betroffenen Fellnasen zu helfen erklären wir gleich.

Vorher noch ein Hinweis in eigener Sache. Wenn ihr nach bestimmten Katzenthemen recherchieren wollt, könnt ihr das ganz bequem über unsere Homepage. Die Suchfunktion gibt euch alle Artikel aus die wir zu den unterschiedlichen Themen bereits geschrieben haben. In jedem Artikel ist auch die entsprechende YouTube-Folge eingebettet.

Ihr könnt also ganz bequem nachlesen und auch das jeweilige Video schauen. Über die "Später ansehen" Funktion von YouTube, könnt ihr euch eure eigene Playlist zu einem Thema eurer Wahl zusammenstellen und ganz bequem alle betreffenden Teile hintereinander schauen. Maja Bingewatching sozusagen. Katzflix.

Falls Ihr auch einen Themenwunsch habt oder eure Samtpfoten in einem unserer Videos sehen wollt, dann könnt ihr uns gern alles schreiben, bequem per Mail oder Whatsapp. Die Daten lassen wir unter dem Video eingeblendet. So, was ist denn nun das Pica Syndrom?

Was ist das PICA Syndrom

Pica, von der lateinischen Bezeichnung für Elster abgeleitet, beschreibt eine Essstörung die es auch bei Zweibeinern gibt. Dabei wird alles gegessen oder angeknabbert was nicht verdaulich ist und das kann richtig gefährlich werden wenn es zum Darmverschluss kommt.  Dabei sind Siam und Burma überdurchschnittlich häufig betroffen.

Noch immer tappen die Experten im Dunkeln wenn es um die genauen Ursachen dieser Zwangsstörung geht. Einige gehen von einer erblichen Prädisposition aus, also Veranlagung wenn die Elterntiere dieses Verhalten auch bereits zeigten. Aber auch körperliche Mangelerscheinungen werden als mögliche Auslöser gehandelt. In einem sind sich jedoch alle einig, die Katzenpsyche spielt die wohl wichtigste Rolle.

Ursachen für Pica

Stress, Langeweile, Einsamkeit, nicht genug Aufmerksamkeit vom zweibeinigen Katzenpersonal können zu Kompensationshandlungen führen und lassen die Schnurris Gegenstände verputzen. Ebenso wahrscheinlich kann ein Überbleibsel aus der Stillzeit Pica begünstigen, wenn die Kitten zu früh oder zu abrupt abgestillt wurden oder Handaufzuchten sind, dann suchen die Schnuffelschnuten Ersatz für die Mutterduftstoffe.

Passenden Duft finden die Seidentiger in den getragenen Kleidungsstücken ihrer Halter. Daher fallen den scharfen Katzenzähnen nicht selten Boxershorts, Unterhemden, T-Shirts oder Jacken und Hosen zum Opfer. Was könnt ihr tun wenn eure Fellnasen solch Verhalten zeigen?

Klärt gemeinsam mit eurem Tierarzt des Vertrauens die Ursache ab. Hatten die Elterntiere bereits Pica ist es extrem schwer das Verhalten zu therapieren. Magnelerscheinungen solltet ihr über tierärztliche Untersuchungen ausschließen lassen, denn bei Eisenmangel können die Vierbeiner auch beherzt Katzenstreu verspeisen. Falls die Ernährung die Ursache ist, kann eine simple Futterumstellung bereits Abhilfe schaffen.

Hilfe bei Pica

Bei psychischen Ursachen sieht das schon anders aus. Hier muss das Lebensumfeld von Katze und Halter näher betrachtet werden. Ist das Wohnungsrevier artgerecht eingerichtet. Hat es genug Versteck-, Spiel- und aus-dem-Weggeh-Möglichkeiten. Habt ihr bspw. die dritte Ebene eröffnet, damit Katzi nach oben auf Regale oder Schränke kann um dort ihr Kletter- und Rückzugsbedürfnis ausleben zu können. Zum Thema Katzenrevier und Grundbedürfnisse haben wir schon Folgen gemacht.

Strategien bei Pica

Verwehrt als erstes den Felltigern den Zugang zu den Dingen an denen geknabbert wird. Auch Fernhaltespray bzw. Zitrusöl können dabei helfen die Fellbälle auf Abstand zu bestimmten Gegenständen oder Orten zu halten. Ausreichend Zeit und Streicheleinheiten in einem regelmäßigen Rhytmus verringern den Stress und schaffen bei der Samtpfote ein Gefühl von Sicherheit.

Aber bitte immer im richtigen Verhältnis, denn ein Spielen-müssen kann auch Stress bedeuten. Daher zwingt eure Samtpfote nicht wenn sie nicht will. Wenn ihr als Halter selbstbestimmt und konsequent regelmäßig die gleichen Dinge im Katzenrevier, also der Wohnung verrichtet, dann werdet ihr berechenbar und verlässlich und gebt damit dem Vierbeiner den nötigen Halt.

Bleibt konsequent, wenn ihr gerade etwas erledigt, dann lasst nicht gleich alles stehen und fallen wenn eure Samtpfote einmal miaut. Gebt ihr dafür zu regelmäßigen Spielzeiten die volle Aufmerksamkeit. Die Auslebung des Jagdtriebes hilft, die Samtpfote nach und nach vom Picasyndrom zu befreien.

Fazit

Pica ist nicht leicht zu therapieren, aber mit Geduld und Verständnis könnt ihr den psychischen Ursachen gut entgegenwirken.

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Videos:

Grundbedürfnisse:
https://youtu.be/uIkthGAOpp8

Das harmonische Revier:
https://youtu.be/oRmrUZSwgIM

Beobachtungsposten:
https://youtu.be/l6ohNd9nyWw

Reviergröße:
https://youtu.be/SvzHFNWf2_U

Kontrollzwang:
https://youtu.be/sStOaVpPskU

Wohlfühlfaktoren:
https://youtu.be/qkBZOoaOzVM

Bindung zum Menschen:
https://youtu.be/M6bO9nMvNpw
https://youtu.be/C7Smaw5SKkc

Stress vermeiden:
https://youtu.be/OGP0PxG4spk

Katzenentertainment:
https://youtu.be/61wLafPB6D4

Tipps gegen Langeweile:
https://youtu.be/Q_UuYo-BDSM

Katzenerziehung:
https://youtu.be/7bFg208jUr4

alles zum Katzenverhalten:
https://www.majaempfiehlt.de/Verhalten

Quellen:

https://einfachtierisch.de/katzen/katzen-gesundheit/pica-syndrom-bei-katzen-ursachen-und-symptome-67665

https://einfachtierisch.de/katzen/katzenerziehung/verhaltensstoerung-pica-syndrom-therapieren-67694