SCHMERZEN bei BEWEGUNG | Spondylose

Submitted by Sebastian on Sun, 05/03/2020 - 20:08
SCHMERZEN bei BEWEGUNG | Spondylose

Die Idee zum heutigen Artikel stammt von Sabine und Arie. Vielen Dank an euch. Richtig wohl fühlt sich die Samtpfote nur, wenn der Bewegungsapparat in Ordnung ist und sie keine Schmerzen hat. Die grazilen Akrobaten haben Freude an Bewegung. Doch Spondylose sorgt durch die Versteifung der Wirbelsäule dafür, dass ein Großteil dessen, was die Lebensfreude der Fellraketen ausmacht, verloren geht.

Wie ihr Spondylose erkennt und was ihr bei Verdacht tun könnt, erklären wir im heutigen Video. Falls eure Felltiger betroffen sind, haben wir für euch ein paar Tipps am Ende des Videos, wie ihr euren Schnurris das Leben angenehm gestalten könnt. Also bleibt bis zum Schluss dran.

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Was ist Spondylose

Bei dieser degenerativen Erkrankung der Wirbelsäule findet eine allmähliche Verknöcherung statt. Bandscheiben-Auswüchse verbinden Stück für Stück die einzelnen Wirbel an der Unterseite miteinander. Diese nennen sich Enthesiophyten. Sind ganze Wirbelabschnitte betroffen, wird von Ankylose gesprochen. Wenn auch die oberhalb der Nervengänge gelegenen kleinen Wirbelgelenke betroffen sind, nennt sich das Ganze Spondylarthrose.

Aus der einst so biegsamen Schnurrnase wird ein unbeweglicher Stubentiger. Diese äußerst schmerzhafte Veränderung des Katzenkörpers ist chronisch und nicht heilbar. Häufig sind ältere Katzen betroffen. Ca. 90 % der über 12-jährigen Katzen leiden an Spondylose. Das ist erheblich. Aber auch Jungtiere können erkranken, bspw. infolge eines Sturzes. Besonders prädestiniert für dieses Rückenleiden sind übergewichtige Fellgourmets mit einem Körpergewicht über 6 kg. Hier wird der Bewegungsapparat permanent stärker belastet als er sollte.

Symptome

Es treten Veränderungen am Bewegungsapparat auf, ähnlich wie bei Arthrose. Jede Bewegung ist mit Schmerzen verbunden. Als ehemalige Wildtiere verbergen die Schnurris ihre Schmerzen so gut es geht. Daher ist die Krankheit meist weit fortgeschritten bevor der Mensch etwas merkt. Aber auf diese wichtigen Anzeichen solltet ihr achten.

Eingeschränkte Bewegung

Die Fellrakete ist langsamer unterwegs als sonst. Sie bewegt sich vorsichtiger und die Bewegungen sehen steif aus. Durch eingeklemmte Nerven kann es zu Lahmheiten und Humpeln kommen. Die flinken Kletterkünstler erklimmen nicht mehr die sonst so heiß begehrten hohen Aussichtspunkte.

Veränderter Putztrieb

Da jegliche Bewegung Schmerzen verursacht, kann es sein, dass die sonst so reinlichen Fellnasen ihre Körperpflege vollends vernachlässigen. Das andere Extrem kommt ebenfalls vor - ein übersteigerter Putztrieb als Kompensationsverhalten andauernder Schmerzen.

Verändertes Verhalten

Das Verhalten des Schmusetigers ändert sich. Manche Vertreter der Lauerjäger gehen mehr auf Abstand zu ihren Zweibeinern, lassen sich nicht mehr anfassen und andere können gar nicht genug Schmuseeinheiten bekommen. Ebenso können Spielverweigerung sowie völliger Rückzug die Folge sein. Daher immer Obacht, wenn sich das Verhalten der Katze schlagartig ändert.

Unsauberkeit

Katzen verbinden Schmerzen immer mit dem Ort, an dem sie sie gespürt haben. Wenn der Toilettengang nun Schmerzen etwa durch eingeklemmte Nerven bereitet, kann eure Fellnase unsauber werden. Bitte schimpft dann nicht mit ihr. Denn gerade, wenn der empfindliche Bereich der Lendenwirbel betroffen ist, kommt es zu heftigen Schmerzen. Es wird vom Cauda Equira Syndrom, kurz CES gesprochen. Hier ist euer umgehendes Handeln gefragt.

Dass Schmerzen Dauerstress bedeuten, haben wir euch im Video zum Thema FORL bereits erzählt. FORL Teil 119

Wenn ihr wissen wollt, wie ihr ansonsten Stress von euren geliebten Schnurris fernhalten könnt, dann schaut euch unseren Teil 71 an. Stress Teil 71

Was tun bei Verdacht

Wenn ihr eines oder mehrere der eben genannten Symptome bei eurer Katze beobachtet, dann zögert nicht und geht mit ihr zu eurem Tierarzt des Vertrauens. Mithilfe einer Untersuchung und Röntgenaufnahmen kann eine etwaige Tumorerkrankung ausgeschlossen und Spondylose bestätigt werden. Da Katzen unauffällig bei Schmerzen reagieren, werdet ihr durch den Tierarzt für die Erkrankung sensibilisiert und eine regelmäßige Kontrolle beim jährlichen Check-Up vereinbart.

Sinnvollerweise passiert dies mit einer Röntgenuntersuchung. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wird der Tierarzt eine Behandlung mit Schmerzmitteln einleiten, da das Leitsymptom der Spondylose der Schmerz ist. Bitte gebt euren Schnurris nicht eigenständig Schmerzmittel, vor allem keine für Menschen. Diese sind hochgiftig für die Fellträger.

In unserem Naschkatzen 1 x 1, Teil 4, haben wir für euch die wichtigsten Infos über Dinge, die ihr eurer Katzen niemals geben dürft zusammengestellt. Hier oben rechts geht’s zum Naschkatzen 1 x 1.

Ein Leben mit Spondylose

Jetzt aber bitte keine Panik. Nicht jede Katze erkrankt so schwer. Die Feliden sind wahre Künstler, wenn es um ihre Anpassungsfähigkeit geht. Viele betroffene Plüschraketen arrangieren sich damit und lernen mit den Gebrechen umzugehen. Ihre Lebensqualität kann der Mensch auch in dieser Zeit erhalten oder sogar steigern. Mit der Behandlung durch einen Tierarzt, im weiteren Verlauf auch durch Homöopathen oder Tierphysiotherapeuten, ist der erste wichtige Schritt bereits getan. Daneben könnt ihr den Alltag eurer Lieblinge mit kleinen Dingen erleichtern. 

Aufstiegshilfen

Aufstiegshilfen schonen die Gelenke sowohl beim nach oben als auch beim nach unten Klettern.

Kuschelhöhlen

Kuschelhöhlen in Bodennähe und an zugluftfreien Standorten sorgen für leicht zugängliche Rückzugsgebiete.

gepolsterte Liegeplätze

Extra weich gepolsterten Liegeplätze vermindern die Schmerzen beim so wichtigen Mittagsschläfchen in der warmen Sonne.

Wärme

Apropos Wärme. Die gebeutelten Schnurris lieben gerade bei Gelenkschmerzen Wärme. Sie verschafft ihnen Linderung und deshalb lohnt es sich immer ein Kirschkernkissen im Haus zu haben.

Verständnis

Das wichtigste zum Schluss., Habt Verständnis für eure Vierbeiner. Auch wenn sie sich zurückziehen sollten, gebt ihnen Freiraum und gönnt ihnen die Ruhe. Baut nicht zusätzlich Stress auf, indem ihr eure Fellnasen zum Spielen drängt, obwohl sie nicht wollen. Zeigt ihnen eure Liebe und Zuneigung. Damit helft ihr ihnen am meisten.

Kann man etwas gegen Spondylose tun?

Behandelbar ist die Erkrankung gut, doch es muss erst gar nicht zu einer Erkrankung kommen. Wenn ihr eure Schnurris ausgewogen ernährt, sie durch regelmäßiges Spielen in Bewegung haltet und ihr Gewicht überwacht, dann stehen die Chancen gut, dass Spondylose erst spät ausbricht bzw. mild verläuft. Zum Thema Katzengewicht könnt ihr gern einen Blick in unseren Teil 82 werfen. Katze zu dick Folge 82

Fazit

Mit einfachen Mitteln lässt sich Spondylose vermeiden bzw. verzögern. Die Diagnose Spondylose heißt nicht zwingend, dass das Katzenleben von nun an vorüber ist. Rücksicht und Unterstützung helfen unseren Fellkindern.

Kanntet ihr Spondylose bereits oder sind eure Samtpfoten betroffen? Habt ihr passende Tipps parat oder Empfehlungen für die flauschigen Sorgenkinder, dann schreibt uns doch einen Kommentar.

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Quellen:

https://tierarztpraxis-rogalla-rummel.de/wissenswertes/arthrose-spondylose-co/ (abgerufen 21.04.2020)

https://einfachtierisch.de/katzen/katzen-gesundheit/spondylose-bei-katzen-was-ist-das-116428 (abgerufen 21.04.2020)

https://geliebte-katze.de/information/gesundheit-von-katzen/katzenkrankheiten/spondylose-bei-katzen (abgerufen 12.04.2020)